Einführung

Auch heu­te, mehr als drei Jah­re nach den dra­ma­ti­schen Er­eig­nis­sen auf der Love­pa­ra­de in Duis­burg sind wir weit da­von ent­fernt das Ge­sche­hen vom 24. Ju­li 2010 zu ver­ste­hen. Die Stadt Duis­burg, be­stell­te ju­ris­ti­sche Schnell­gut­ach­ten. Die ent­schei­den­den Do­ku­men­te zur Love­pa­ra­de 2010 in Duis­burg wer­den aber trotz­dem -auch wei­ter­hin- un­ter Ver­schluss ge­hal­ten. Die Lo­pa­vent GmbH als Ver­an­stal­ter der Love­pa­ra­de 2010 Duis­burg gibt eben­falls kei­ne Auskünf­te. In de­ren an­geb­lich vollständi­gen Do­ku­men­ta­ti­on der Love­pa­ra­de 2010 Duis­burg feh­len die wich­tigs­ten Über­wa­chungs­ka­me­ras. Auch das Image von In­nen­mi­nis­ter Jäger und Po­li­zei­in­spek­teur We­he als rück­halt­lo­se Auf­klärer hat Ris­se be­kom­men.  Die Ver­ant­wort­li­chen, al­len vor­an Rei­ner Schal­ler, Be­sit­zer des Love­pa­ra­de­ver­an­stal­ters Lo­pa­vent und des haupt­s­pon­sors Mc­Fit schwei­gen und be­haup­ten da­mit der ju­ris­ti­schen Auf­klärung zu die­nen.

Love­pa­ra­de 2010 Duis­burg:
or­ga­ni­sier­te Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit…

Es ist im Mo­ment kei­nes­wegs si­cher, dass es zur im Zu­sam­men­hang mit der Love­pa­ra­de Ka­ta­stro­phe zu si­gni­fi­kan­ten Stra­fen ge­gen  In­di­vi­du­en kommt. An­ge­sichts der Ar­beits­tei­lung der ver­schie­den Stel­len, der Pra­xis des “Ab­ni­ckens” bei Ver­wal­tung und Gut­ach­tern ist es aufwändig ein­zel­ne Schrit­te im Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren der Love­pa­ra­de 2010 ein­zel­nen In­di­vi­du­en zu­zu­ord­nen. Kei­ner der Be­tei­lig­ten über­nimmt bis­her Ver­ant­wor­tung Statt­des­sen lan­cie­ren sie Do­ku­men­te, Fil­me und Zeu­gen. Da­bei schei­nen sie nur ei­ner Leit­li­nie zu fol­gen: ei­ge­ne Be­tei­li­gung und Ver­ant­wor­tung leug­nen, auf an­de­re zei­gen und ab­len­ken. Im­mer­hin hin hat die Staats­an­waltschft Duis­burg im Ja­nu­ar 2011 Ih­re Er­mitt­lun­gen kon­kre­ti­siert.  Statt ge­gen un­be­kannt er­mit­telt sie jetzt ge­gen 16 Be­schul­dig­te. 11 aus dem Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Stadt Duis­burg, vier vom Ver­an­stal­ter Lo­pa­vent und den ver­ant­wort­li­chen Ein­satz­lei­ter der Po­li­zei.

[cap­ti­on id="" align="ali­gnleft" width="300"]Loveparade 2010 Duisburg: Oliver Pocher als Promoter Love­pa­ra­de 2010 Duis­burg Oli­ver Po­cher pro­mo­ted.[/cap­ti­on]

Love­pa­ra­de 2010 Duis­burg:
ein Recht auf Wahr­heit

Die­ser Po­li­tik der Lüge, Ver­tu­schung und Ex­cul­pa­ti­on stem­men wir uns mit “Do­cu­News Love­pa­ra­de” ent­ge­gen. Un­se­re Per­spek­ti­ve ist nicht straf­recht­lich. Wir wol­len po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung ana­ly­sie­ren. “Do­cu­News Love­pa­ra­de” fühlt sich da­bei zwei Grup­pen ver­pflich­tet: den Op­fern der Love­pa­ra­de und ih­ren An­gehöri­gen so­wie den Bürgern der Stadt Duis­burg. Bei­de ha­ben ein Recht auf die Wahr­heit. Bei­de wol­len nicht länger be­lo­gen und an der Na­se her­um geführt wer­den.

Do­cu­News Love­pa­ra­de 2010 Duis­burg: ei­ne Über­sicht…

Hier noch ei­ne kur­ze Ge­brauchs­an­wei­sung zu un­se­rem An­ge­bot:
Das neues­te fin­den Sie stet auf un­se­rem ak­tu­el­len Blog. Aus­ser­dem ha­ben wir ei­ni­ge The­men in un­se­ren Ana­ly­sen ver­tieft. Wenn Sie tiefer in die Ana­ly­se der Love­pa­ra­de, Ih­rer Vor­be­rei­tung, Ge­neh­mi­gung und Durchführung ein­stei­gen wol­len soll­ten Sie auf die Ori­gi­nal­do­ku­men­te zurück­grei­fen. Wir ha­ben Sie für Sie chro­no­lo­gisch ge­ord­net. Ge­le­gent­lich or­ga­ni­sie­ren wir Ver­an­stal­tun­gen und do­ku­men­tie­ren die­se im Nach­hin­ein.

In die­sem Sin­ne: herz­lich will­kom­men!
Fra­gen Sie nach, ergänzen Sie.
Wir freu­en uns über Ihr Feed­back zu Do­cu­News Love­pa­ra­de 2010 Duis­burg.
Köln im Au­gust 2011
lo­thar evers 

16 Antworten auf Einführung

  1. Alfred sagt:

    Ich habe gar nicht gewusst, dass ein Buergermeister in Deutschland in der Lage ist Sicherheitsbehoerden auf Landes- und Bundesebene ins Boot zu holen und dabei Menschenleben riskieren kann.
    Der Buergermeister ist ja nun weg. Der missbraucht nie wieder Sicherheitspersonal des Bundesinnenministeriums fuer seine lebensgefaehrlichen Parties.

    Holt die Bundespolizei fuer eine Massenveranstaltung ins Boot und der Katastrophe steht nichts mehr im Wege.

    Das Bundesinnenminsiterium kann froh sein, dass keine Bundespolizisten drauf gegangen sind. Theoretisch waere es ja moeglich gewesen.
    Die Katastrophenplaene des Bundesinnenministeriums kann man dann wohl auch in die Tonne hauen.

  2. Heute, nach über ein Jahr der Loverparade will mir nicht aus dem Kopf gehen, warum die Staatsanwaltschaft nicht gegen Herrn Sauerland ermittelt? – Hat er dort vielleicht gute Freunde, die ihn unbehelligt lassen wollen? Und will man nach dem Motto, meist wie üblich verfahren, „die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen“ oder sollte man sich nicht lieber mit einer gerechten Strafverfolgung den nötigen Respekt vor den Opfern bewahren.- Er kann und darf sich doch nicht aus der Verantwortung stehlen können!!! Herr Sauerland war doch derjenige, der die Loverparade unbedingt auf Biegen und Brechen nach Duisburg holen wollte. Schon 2007 wurde er schon mehrfach davor gewarnt, dass diese hier an der Stelle nicht durchführbar ist. Aber Herr Sauerland schlug alle Warnungen in den Wind. Er bezeichnete diese Kritiker als „Spaßbremsen“ und forderte sogar hierbei von einem der Kritiker, einem Polizeichef aus Bochum, den Rücktritt. Laut Stern sollen sogar die Ratsmitglieder, die Bedenken hiergegen äußerten, von Herrn Sauerland und seiner CDU – Fraktion ausgetrickst worden sein. Ebenso die Feuerwehr bei den Sicherheitsgesprächen, usw. – Alle Sicherheitsbedenken der Feuerwehr sollten laut Stern einfach unterm Tisch gekehrt worden sein.

    Und heute, will Herr Sauerland nichts mit der Endscheidung, die Loverparade nach Duisburg geholt zu haben und mit ihrer Genehmigung zu tun gehabt haben. Das kann und will ich nicht akzep-tieren!!! Zumal der hauptamtliche Oberbürgermeister der Vorgesetzte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung ist. Bei seiner Arbeit unterstützen ihn vier Dezernenten, die auf seinen Vor-schlag hin als Wahlbeamte vom Rat gewählt werden. Und sie bilden zusammen den Verwaltungsvorstand. Der OB ist zugleich Chef der Verwaltung. Als solcher verantwortet er alles, was die Verwaltung erarbeitet und entscheidet. – So steht es in der Gemeindeordnung von NRW. Aus seiner Funktion als Leiter der Verwaltung folgt seine Berechtigung, den Beschäftigten der Verwaltung fachliche Anweisungen zu erteilen; er ist also deren Vorgesetzter. Und als Dienstvorgesetzter (§3 Abs. 4 LBG ) ist er für dienstrechtliche Entscheidungen aller Beschäftigten der Gemeinde oder der Verwaltung zuständig. ( § 73 Abs. 2 Gemeindeordnung NRW) Und als Leiter der Stadt Duisburg hat er die volle Verantwortung zu übernehmen und er muss die notwendige Konsequenz hieraus ziehen!!! Und das heißt, den Rücktritt von seinem Amt als OB!!!
    Wen nicht Alles Herr Sauerland die Schuld in die Schuhe schieben wollte, das kann sich ein normaler Mensch gar nicht vorstellen. Zuletzt war es sein Dezernent Herr Jürgen Dressler, der mittlerweile in Pension gegangen ist und Duiburg verlassen hat. – Wie war es nochmal mit der Verantwortung, die trägt doch der Vorgesetzte laut Gemeindeordnung von NRW – oder? – Und das die Staatsanwaltschaft nur die Kleinen hängen will, das ist für mich mehr als unverständlich. Aber zumindest ist der Staatsanwalt, der hier die Verantwortung hat, konsequent. Denn auch bei dem Veranstalter, Herrn Schaller, wird nicht er als Vorgesetzter strafrechtlich verfolgt, sondern ebenfalls seine Mitarbeiter. – Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, aber es riecht so nach einer gewissen Kumpanei – oder?!! Aber vielleicht bin ich ja mit meiner Einschätzung zu voreilig. Denn der Strafprozess ist noch nicht zu Ende und die Ermittlungen können noch ausgeweitet werden. Einerseits können ja auch noch die „Großen“ im Visier des Staatsanwaltes kommen und anderer-seits sich die „Kleinen“ wehren und ihre Vorgesetzten entsprechend stark belasten. – Die Hoffnung stirbt eben zuletzt.

  3. ralf kroke sagt:

    Sehr geehrte Herren ,
    die Diskussion sollte doch ganz einfach in Richtung der treibenden Kräfte, eine solche Veranstaltung ins leben zu rufen, gerichtet werden.
    Die Frage ist: wer hat welche Motivation und welche Interessen werden bedient.
    Die treibenden Kräfte, die Veranstaltung durchzuführen, sind eindeutig beim Veranstalter und der Stadt Duisburg und damit beim OB zu sehen.
    Es ist eindeutig, dass man die erheblichen Risiken auf diese Weise die zu erwartenden Menschenmengen ins Gelände zu schleusen, nicht sehen wollte oder besser gesagt zum Zwecke der Durchsetzung der eigenen Interessen und Ziele nicht objektiv und frei von eigenen Interessen bewerten wollte.
    Dieses Konzept war fahrlässig und es sind 21 Menschen getötet wurden.
    Zusammenfassend -fahrlässige Tötung-
    Wenn ein Ob einer Stadt, als oberster Dienstherr einer Stadtverwaltung nicht in der Lage ist objektiv abzuwägen, ob das Ziel die Stadt Duisburg bekannt zu machen, Geld in die Kassen zu bekommen auf der einen und den Schutz der Bevölkerung auf der anderen Seite zu gewährleisten, so hat er versagt und ist schuldig. Grund :er hatte eine Motivation es so wie geschehen durchführen zu lassen.
    Aus meiner Sicht ist dieser feige ,geltungssüchtige und allein mit sich beschäftigte OB
    der fahrlässigen Tötung anzuklagen.
    Allein er hat die Verantwortung und die Möglichkeiten der objektiven Prüfung, Genehmigung oder Änderung des Konzeptes.

    Hätten die jetzt Angeklagten den Erfolg der Veranstaltung für sich verbucht?
    Nein er der Ob hätte es getan.
    Nun sollte auch er zur Verantwortung gezogen werden.
    Er hätte tatsächlich Gutachten in Auftrag geben und bewerten lassen.
    Vor der Veranstaltung!
    Wenn er damit überfordert war,hätte er sich unvoreingenommen beraten lassen müssen.

    Jeder von uns stand schon einmal in einem Stau.
    Jeder weiß das man 500000-1Mio Menschen ohne Fluchtmöglichkeiten nicht in entgegengesetzter Richtung durch einen 400 Meter langen Tunnel schleusen kann.

    Nein er hat das Risiko in Kauf genommen allein die Möglichkeit zu erhalten sich zu profilieren.
    Dafür muss er sich zur Rechenschaft ziehen lassen.

    Er versteckt sich hinter Gutachten und Ausflüchten, bittet die Angehörigen nicht um Entschuldigung sondern entschuldet (entschuldigt) sich einfach selbst.
    Dieser Mann ist unglaubwürdig und taktiert allein aus eigenen Beweggründen.
    Wie kann ein Mensch mit so wenig Rückrat ,persönlichem Profil und Egoismus überhaupt Ob werden und die Geschicke einer Stadt verantwortungsvoll und selbstlos in die Hand nehmen ? Warum ist dieser Mensch Meister der Bürger Duisburgs?
    Anscheinend fällt es ihm seit nunmehr einem Jahr nicht schwer, Tag für Tag als OB der Stadt Duisburg mit dieser Last seine Amtsgeschäfte zu verrichten.
    Ihm würde ich nicht einmal für einen Nachmittag mein Fahrrad borgen.

  4. Dear Lothar,
    Knowing there are Persons like you in the world, that fight injustice, in a wise, practical and levelheaded manner, gives me hope at moments when i read the newspapers.
    I hope you will continue your work and articles for a very long time.!

    Hartelijke groeten aan Keulen uit Hilversum :-)
    Jolie

  5. Lothar Evers sagt:

    Thanks a lot Jolie. What a great way we met. What a nice friendship. Great video.
    Viele Grüsse von Köln nach Hilversum

  6. Dear Lothar,

    It is ten days before the ‘anniversary’ of the Tragedy; it seemed I should try to encode the Multiperspective-film, containing most of the Youtube-films made by eye-witnesses on July 24, 2010, between 16:30 and 17:15. I finally got the render complete (having to leave out a few files with errors.)

    Youtube has granted me the full 47 minutes to upload the video:
    http://www.youtube.com/watch?v=up95bUU3L0M

    If you could use anything of this ‘documentary-made-by-all-the-witnesses’ in any way, you are welcome :-)

    I hope organizers and authorities will take full responsibility one day.

    Hartelijke groeten uit Hilversum,
    Jolie van der Klis

  7. Lothar Evers sagt:

    Hallo Herr Becks,
    stellen wir erst einmal das gemeinsame heraus:
    Ja, die Stadt Duisburg ist für die Katatstrophe verantwortlich. Damit auch der Chef der Verwaltung. Rücktritte und Beurlaubungen wären überfällig und bisher hat es nicht einen gegeben. Die Arbeit von Juristen und Journalisten, hat Gemeinsamkeiten. Wir wollen Verborgenes ans Licht bringen. Während wir Journalisten jedoch nur wahre Geschichten erzählen müssen, haben Polizei und Staatsanwaltschaft individuelle nachzuweisen. Und zwar möglichst so, dass Urteile auch in den höheren Instanzen noch Bestand haben.

    Herr Sauerland und die ganze Stadtspitze in Duisburg ist nicht nur beratungsresistent. Sie hat für über 300.000 Kanzlei bei Frau Dr. Jasper und Herrn Berstermann Desinformyation eingekauft, und enthält bis heute entscheidende Dokumente zur Loveparade vor der Öffentlichkeit geheim: So z.B. die Einsatzplanung der Duisburger Feuerwehr und des Ordnungsamtes.

    Von einem Genehmigungsdokument zur Loveparade, das Sauerlands Unterschrift trägt ist mir allerdings nichts bekannt. Falls Sie eine Kopie haben, lassen Sie es mir bitte zukommen. Das gilt auch für den von Ihnen zitierten Vergleich mit Frau Käßmann und einer Trunkenheitsfahrt.

    Herzlichen Gruss aus Köln!
    lothar evers

  8. Karl-Theodor Becks sagt:

    Hallo Herr Evers,

    zu Ihrer Antwort auf mein gestriges Schreinen möchte ich noch ein paar Anmerkungen machen: Ohne hier jemanden richten zu wollen, tragen sowohl der OB der Stadt Duisburg in seiner Eigenschaft als Behördenleiter als auch der Veranstanter der Parade, Herr Schaller, eine Mitschuld bzw. -verantworttung an dem Desaster! Dieser hat sich bislang noch keiner gestellt!

    Herr Sauerland als OB und auch in seiner Eigenschaft als Lehrer für Maschinenbau, mußte sich persönlich von der Durchführbarkeit oder der Nichtdurchfürbarkeit der Parade ein Bild machen! Wenn er dazu als OB ($$ in den Augen?) nicht in der Lage war, so hätte er es als Lehrer für Maschinenbau, wo er auch ein Verhältnis zu Größen von Flächen haben muß, bemerken müssen, daß man so keine Loveparade hätte durchführen können!
    Herr Sauerland hat die letzte Unterschrift gegeben, denn sonst hätte die Parade nicht stattfinden dürfen/können. Aber ich glaube, zu dem Zeitpunkt als er noch die Unterschrift hätte verweigern können, haben alle Beteiligten nur an den Umsatz gedacht, den die Parade der unter der Haushaltssperre liegenden Stadt Duisburg bringen würde. Wenn man dann auch noch betrachtet, daß auf der Rampe, in unmittelbarer Unfallnähe, eine Würstchenbude stand…

    Wenn auch Herr Sauerland nicht die unmittelbare Schuld an dem Geschehen trifft, so geht es hier um Verantwortung, und die trug er nun einmal! Es gibt hier eine persönliche, eine politische und eine menschliche Verantwortung! Eine davon hätte er sich aussuchen sollen/müssen und spätestens montags nach dem Unglück vor die Presse treten müssen, um seinen Rücktritt zu erklären, wozu ich ihn in meinem offenen Brief auch aufgefordert habe und nicht nur ich – aber Herr Sauerland wohl scheint beratungsresistent zu sein!
    Statt dessen gab er in einer Dienstleiterbesprechung von sich: “Kommt mir nicht mit der Käßman – ich bin ja schließlich nicht besoffen Auto gefahren!”

    Gruß

    K.-Th. Becks

  9. Lothar Evers sagt:

    Lieber Herr Becks,
    sicher kann das Strafrecht nicht Leid und Trauer lindern. Schon gar nicht etwas ungeschehen machen. Und doch scheint es mir wichtig, dass (immer noch) 80 PolizistInnen an der Aufklärung der Loveparade Katastrophe arbeiten. Was individuelle Schuld ist soll aufgedeckt und verurteilt werden. Allein damit andere sich Genehmigungen und Planungen nicht so einfach machen, wie einige Verantwortliche der Loveparade. Da individuelle Zuordnungen zu ermitteln, ist angesichts des Gesamtchaos “Loveparade nicht leicht, aber unverzichtbar.
    Dezent widersprechen möchte ich der weit verbreiteten Ansicht “Die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen!”. Ermittelt wird immerhin gegen zwei Dezernenten der Duisburger Stadtspitze. Vergleicht man die Leitung der Stadt Duisburg mit der Bundesregierung, entspricht das einer Ermittlung gegen den zuständigen Minister. Das ist kein kleiner Fisch…

  10. Karl-Theodor Becks sagt:

    Ich gehe ganz fest davon aus, daß die wirklich Verantwortlichen auch verurteit werden, und zwar die Personen, die man aktiv für das Unglüch verantwortlich machen kann! Dabei handelt es sich zum einen um den Pförtner des Rathauses, der den ganzen Schriftverkehr rund um die Loveparade angenommen und zur Poststelle der Stadt weitergeleitet hat und zum zweiten um den Herrn von der Poststelle, der die ganzen Briefe aufgeschlitzt und die Inhalte auf die einzelnen Postfächer (für die jeweiligen Ämter) verteilt hat! Nur diese beiden wurden ja auch aktiv tätig! Der Rest, speziell der beratungsrestistente OB Sauerland, sind ja alles Unschuldslämmer, die nichts verbrochen oder gemacht haben!
    Hier bewahrheitet sich wieder der altbekannte Spruch: Die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen! Meinen Sohn bringt mir das aber auch nicht wieder zurück – er durfte nur 21 Jahre alt werden und hatte noch so viel in seinem Leben vor!
    Denkt einmal darüber nach!

    Allen noch ein frohes Osterfest, was mir allerdings verwehrt bleiben wird!

    K.-Th. Becks

  11. juergen.backes sagt:

    Der Ob. und das Ortnungsamt,ziehen jetzt die Nutzen aus den Toten.Sie Blitzen im gelben Bogen (Karl Jahresstr) Nachts aus einem unbeleuchteten Wagen,der den Gehweg blockiert.Wohl jeder Duisburger der dieses Rattenloch kennt ist froh wenn er den Tunnel verlassen kann. Die Toten waren wohl alle auf der Karl jahresstraße.
    (62 Km Euro 25,00 lohnt sich,)

  12. Lothar Evers sagt:

    Zum Sicherheitskongress:
    Habe mich im Detail nicht damit beschäftigt. Habe aber auch nicht den Eindruck, dass sich da zu viele Menschen dort anmelden. Vielleicht gehe ich mal hin…

  13. Lothar Evers sagt:

    Selbst kenne ich mich in der Szene der elektronischen Musik nicht wirklich gut aus. Dass Rainer Schaller und McFit die Loveparade zu einer Werbeinszenierung für Konsum und Körperkult transformiert hat ist sicher richtig. Leider ergeht es vielen Szenen so, wenn sie vom Mainstream entdeckt werden.

  14. DJ MonTi sagt:

    Hallo Herr Evers,
    mit großem interesse verfolge ich ihre Analysen und Berichterstattungen und finde es gut, dass es Menschen gibt, die dafür sorgen, dass diese Tragödie nicht in Vergessenheit gerät.
    Das hält auch die Hoffnung am Leben, dass die Verantwortlichen irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden und die Hinterbliebenen und Verletzten der LoPa 2010 wenigstens ein kleines Gefühl von Gerechtigkeit verspühren können.
    Ich möchte mich jedoch an dieser Stelle auf folgendes Zitat beziehen, dass mir zu denken gegeben hat:
    ““DocuNews Loveparade” fühlt sich zwei Gruppen verpflichtet: den Opfern der Loveparade und ihren Angehörigen sowie den Bürgern der Stadt Duisburg. Beide haben ein Recht auf die Wahrheit. Beide wollen nicht länger belogen und an der Nase herum geführt werden.”
    Was bei der ganzen Tragödie meiner Meinung nach untergeht ist, dass auch auf dem Rücken elektronischen Musikszene diese Lügen und Ammenmärchen gesponnen werden.
    Natürlich hatte die LoPa in den letzten Jahren nicht mehr viel mit den eigentlichen Grundgedanken von Frieden, Spaß, Freiheit und Toleranz zu tun, aber in den Köpfen der Menschen wird sie immer mit ausgelassenem Feiern zur elektronischen Musik in Verbindung gebracht. Ich finde dass nicht nur die Toten, die Hinterbliebenen und Verletzten sowie die Bürger der Stadt Duisburg ein Recht auf die Wahrheit und Gerechtigkeit haben, sondern auch die, die seit Jahrzehnten mit Leib und Seele der elektronischen Musikszene angehören, so wie ich selbst.
    Man hat diese Szene meist belächelt und oft als temporäre Erscheinung abgetan, viele verschlossen die Augen davor, dass die elektronische Musikszene zu einer Subkultur herangewachsen ist.
    Man hat dieser Szene (vor jahren) nicht nur ein Symbol für Freiheit und Toleranz genommen, nein, man hat das Ganze zu einer gut laufenden Werbemaschinerie umfunktioniert und hat am Ende sogar Tote in kauf genommen. Die Gleichen, die das taten, haben das Symbol für Freiheit und Toleranz restlos zerstört, indem man Menschen in ihr Unglück hat rennen lassen.
    Diese Menschen, die jetzt mauern, lügen, betrügen und sich nicht ihrer Verantwortung stellen sind genau das Gegenteil von dem was die LoPa in den 90′ jahren verkörpert hat.
    Ich kann für die Angehörigen der 21 Todesopfer und für die über 500 Verletzten nur hoffen, dass die Ermittlungen nicht im Sande verlaufen und am ende Niemand oder gar die Opfer selbst verantwortlich gemacht werden. Und in diesem Sinne appeliere ich an die Medien, dass sie die “Fahne” der Erinnerung hochhalten und weiter Druck ausüben bis jeder die Wahrheit kennt.

    Mit freundlichen Grüßen
    DJ MonTi

  15. Lothar Evers sagt:

    Das scheint mir ein wirklich wichtiger Hinweis. Denn für das Strassenland durch den Tunnel gab es keinerlei Notausgänge. Vielmehr war es selbst als Notausgang für das Veranstaltungsgelände vorgesehen, obwohl klar war, dass es von zur Loveparade strömenden Zuschauern gefüllt sein würde, also niemals als Notausgang fungieren konnte.

  16. RalfErnst sagt:

    Sehr geehrter H.Evers,

    Nach Durchsicht aller vorliegenden Dokumente der Stadt DU (Zwischen- und Abschlussbericht) war die Erteilung der Sondernutzungserlaubnis für den Tunnelbereich wohl fehlerhaft.

    Lt. Anwendungsbereich VStättVO des Landes NRW vom 14.11.2006 gilt folgendes:

    „… Derartige Auflagen könnten auch von der Straßenbaubehörde z.B. bei der straßenrechtlichen Sondernutzungsgenehmigung für eine
    Veranstaltung auf einer gewidmeten Straßenfläche gemacht werden.
    Verlangen die jeweils für Sicherheit und Ordnung zuständigen Ordnungsbehörden aus sicherheitsrechtlichen Gründen bauliche Absperrungen zur Begrenzung der Besucherzahlen oder zur Steuerung der Besucherströme, dann hat dies zur Folge, dass die VStättVO nach Nummer 2 anzuwenden ist.“

    Nachdem der Tunnel der Karl-Lehr-Straße explizit in der Veranstaltungsbeschreibung der Fa. Lopavent genannt wurde und in dieser ausführlich darauf hingewiesen wurde, dass man exakt hier den Besucherstrom regulieren wollte, trifft obige Passage imho exakt zu, denn die Vereinzelungsanlage des Veranstalters an dieser Stelle ist nichts anderes als eine bauliche Absperrung zur Steuerung der Besucherströme.

    D.h. die Erteilung der Sondernutzungserlaubnis durch die Stadt DU OHNE Anwendung und Prüfung der VStättVO nach Nummer 2 wäre bei dieser Auslegung schlicht rechtswidrig gewesen.

    Diese Unstimmigkeit fiel mir schon beim Lesen des Zwischenberichts auf, der Abschlussbericht enthält diesbezüglich keine neuen Fakten.
    Ich bin allerdings kein Experte für Verwaltungsrecht des Landes NRW, aber eine Sondernutzungserlaubnis ohne weitere Auflagen wird normalerweise für Strassenfeste o.ä. erteilt…

    Gruß

    Ralf Ernst

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