Den Ort der Trauer nicht zerstören…

In einem gemeinsamen Appell „…den Ort des Leidens und der Trauer nicht zerstören…“ haben sich heute Hinterblieben und Verletzte der Loveparadekatastrophe an Rat und Verwaltung der Stadt Duisburg gewandt. Der Appell reagiert auf die im April öffentlich gewordenen Pläne des Besitzers und der Stadtverwaltung, den Ort der Loveparade Katastrophe mit einem Möbelhaus zu überbauen. Diese war vorher im Süden des ehemaligen Dusiburger Gütebahnhofes geplant worden.
Stefanie und Klaus Peter Mogendorf, deren Sohn Eike auf der Loveparade Duisburg am 24. Juli 2010 getötete wurde, schilderten eindrücklich, wie Sie sich wenige Tage danach an der Treppe zur Loveparade von ihrem Sohn verabschiedet haben. Regelmässig am 24 eines Monats fährt das Ehepaar aus Belm nach Duisburg trifft andere Eltern und trauert.
Auch Janine Marsollek kehrt regelmässig auf das Loveparade Gelände zurück. „Das ist immerhin der Ort wo ich neu geboren wurde“ fasst die Mutter aus Duisburg, die dort dem Tod nur knapp entronnen ist zusammen, warum sie den Ort regelmässig aufsucht, obwohl ihr das meist sehr schwer fällt.
Den Hinterbliebenen und Verletzten war die tiefe Verletzung anzumerken, von der Stadt nicht vor Aufstellung eines Bebauungsplanentwurfes konsultiert worden zu sein. Ihr Appell endet:

Wir fordern Rat und Verwaltung der Stadt Duisburg daher auf:
halten Sie an der ursprünglichen Bauleitplanung fest:

  • Möbelhaus südlich der Karl Lehr Strasse
  • Öffnung des Tunnels Karl Lehr Strasse bis auf die Bahn- und Autobahnbrücken.
  • schützen und erhalten Sie den Ort der Loveparade-Katastrophe als Ort der Trauer und des Gedenkens

Der Appell wurde heute dem Duisburger Stadt Direktor und amtierenden Baudezernent Dr. Peter Greulich persönlich übergeben. Greulich wurde gebeten, den Appell an den Rat der Stadt Duisburg weiter zu leiten.

Gleichzeitig bitten die 50 Erstunterzeichner des Appells  die Bürger Duisburgs um Unterstützung und Solidarität. Dazu kann der Appel mit einer Unterschriftenliste  hier heruntergeladen werde.

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3 Kommentare zu Den Ort der Trauer nicht zerstören…

  1. Detlef Obens sagt:

    Ich habe durch viele Gespräche und Mails die Eltern des verstorbenen Eike Mogendorf, sowie auch die schwerstverletzte Janine Marsollek, kennen- und schätzen gelernt.

    Meinen persönlichen Respekt haben diese Personen, und das wissen sie.

    Umso mehr erfreut es mich, dass es nun, auch Dank Deiner Mitarbeit, lieber Lothar, nun ein gemeinsamer Weg aller von der LOPA-Katastrophe betroffenen Menschen gefunden wurde.

    Mit einer Stimme sprechen sie nun und werden endlich gehört werden! Es zahlt sich immer aus, wenn man zielgerichtet und ergebnisorientiert nach Mehrheiten sucht. Auch wenn durch gewisse Umstände diese Mehrheiten nicht zusammen kommen sollten.

    Allerdings: letztlich entscheiden nicht Selbsternannte, sondern die wirklich wahren Opfer des 24. Juli 2010 allein und für sich!

  2. Lothar Evers sagt:

    persönlich haben wir ja bisher nicht gesprochen.
    Aber: dass wir am 24. April in der Vorbereitung dieser Initiative lange vor Ort waren, kann Ihnen kaum verborgen geblieben sein. Einige Dinge brauchen halt eine sorgfältigere Vorbereitung. Hier war es etwas über ein Monat.
    Jetzt heisst es nach vorne schauen. Die Hinterbliebenen und Verletzten selbst haben die Initiative übernommen. Bisher scheint an deren Text und Stossrichtung niemand etwas ausssetzen zu wollen. Eine gute Gelegenheit, diesen Text zu unterstützen.
    Wir waren glaube ich einem Ratsbeschluss den historischen Ort zu erhalten und professionell zu gestalten noch nie so nahe. Dazu hat sicher auch die Dialogbereitschaft auf unseren beiden Blogs beigetragen…

  3. parcelpanic sagt:

    schön, dass sie diesen ort endlich wieder für sich entdeckt haben…

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